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Hermann-Michael Hahn
Die astronomische Uhr des Festo Harmonices Mundi
Konstruktion, Funktion, Präzision

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"Ich wollte, dass eine fast vergessene Wissenschaft nicht ausstirbt" - so beschreibt Professor Dr. Hans Scheurenbrand die Triebfeder, die hinter Konzeption, Entwicklung und Realisierung seines einzigartigen Gesamtkunstwerkes Festo Harmonices Mundi steckte: Die jahrhundertealte Tradition der astronomischen Großuhren, die im 14. Jahrhundert ihren Anfang nahm und ihren Höhepunkt um 1840 in der Schwilgué-Uhr des Straßburger Münsters erlebte, erfährt hier durch die fruchtbare Kombination aus modernen Berechnungsmethoden und präzisionsgefertigten Getrieben eine Renaissance der besonderen Art.

Anders als in früheren Jahrhunderten sollte das Wissen um die himmlischen Abläufe und deren mechanischer Umsetzung diesmal nicht "im Uhrenkasten eingeschlossen" werden, um von späteren Generationen einmal mühsam rekonstruiert werden zu müssen: Professor Dr. Hans Scheurenbrand drängte von Anfang an auf eine umfassende Dokumentation, die möglichst vielen Uhrenfreunden und -liebhabern Zugang zu seinem Werk bieten sollte, von den zugrunde liegenden astronomischen Zusammenhängen über deren mathematische Beschreibung bis hin zur Modellierung der "Himmelsmechanik" durch viele hundert ineinander greifende Zahnräder.

So entstand dieses Buch, das dem Leser und Betrachter nicht nur ungeahnte Einblicke in Theorie und Praxis der astronomischen Uhr des Festo Harmonices Mundi vermittelt, sondern auch Ideen und Lösungsansätze alter Meister beschreibt und so eine kleine Kulturgeschichte himmlischer Uhrwerke skizziert. Darüber hinaus werden auch die übrigen Teile des Gesamtkunstwerkes, die Kalenderuhr und das Glockenspiel, vorgestellt und erläutert.

Aus dem Vorwort von Dr. Wilfried Stoll:
Harmonices Mundi
unter diesem Titel ("Die Harmonien der Welt") veröffentlichte der aus dem württembergischen Weil der Stadt stammende, langjährige Astronom und Mathematicus von Kaiser Rudolf II im Jahre 1619 seine Überlegungen zum Aufbau des Planetensystems. Angeregt durch die Erkenntnis, dass es einen - für ihn unerklärt gebliebenen - Zusammenhang zwischen Bahnradien und Umlaufzeiten der Planeten gab, hatte er nach einer Verknüpfung zwischen Astronomie und Mathematik, zwischen den Planetenbahnen einerseits und der Geometrie als Grundlage harmonischer Beziehungen andererseits gesucht, um so dem Schöpfungsplan auf die Spur zu kommen. Am Ende war er überzeugt davon, dass die himmlischen Sphären sich durch eine Ineinanderschachtelung der fünf regelmäßigen, platonischen Körper auf die richtigen Abstände zueinander bringen ließen. Seither ist der Jahrtausende alte Begriff der Sphärenmusik untrennbar mit Keplers Arbeit verbunden, obwohl - oder vielleicht auch gerade weil - das naturwissenschaftliche Weltbild diesen aus heutiger Sicht in die Irre führenden Seitenweg Keplers längst wieder zugeschüttet hat.

Festo Harmonices Mundi
dahinter verbirgt sich eine neuerliche Synthese der Astronomie mit anderen Zweigen der Naturwissenschaft: Diesmal werden Anwendungen aus Mechanik, Melodik und Elektronik mit astronomischen Kenntnissen zu einem Gesamtkunstwerk verknüpft, das eine Jahrtausende alte Tradition aufgreift, mit modernster Technik in der Gegenwart umsetzt und so für eine lange Zukunft sichert. Gegenstand dieser Sprengung zeitlicher Grenzen ist die Zeit selbst, die im Rahmen einer Kalenderuhr mit Weltzeit-Anzeige (Horologium Mundi) und einem bis weit über das Jahr 4000 hinaus gültigen "ewigen Kalender" ebenso wiedergegeben wird wie durch das Astrolabium als astronomischer Uhr, das den Lauf von Sonne, Mond und der mit bloßem Auge sichtbaren Planeten mit bislang unerreichter Präzision darstellen kann. Ergänzt wird diese vielgestaltige optische Zeitanzeige durch harmonisch abgestimmte akustische Schwingungen, die über eine eigens konzipierte Klaviatur einem kunstvoll gestalteten Glockenspiel mit 76 Glocken und 40 Klangstäben entlockt werden können.

Aus dem Nachwort von Klaus Schlaefer, Deutsche Gesellschaft für Chronometrie:
Es ist nicht genau bekannt, wann die erste mechanische Uhr gebaut wurde, vermutlich um das Jahr 1200. Schon anderthalb Jahrhunderte später war aus dem einfachen Zeitmesser eine komplexe Maschine geworden, die außer der Zeit auch alle möglichen astronomischen Informationen anzeigte. Giovanni de Dondis Astrarium von 1364 ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Beruhend auf dem Ptolemäischen Weltbild gab es täglichen Stand des Mondes, der Sonne und der fünf damals bekannten, mit dem bloßen Auge wahrnehmbaren Planeten, also Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn wieder.
Die "Welt als Uhr" bezeichnete man etwas später den Kosmos aufgrund des von Nikolaus Kopernikus (1473 - 1543) formulierten neuen Weltbildes und der vom 1571 in Weil der Stadt geborenen Johann Kepler entdeckten Gesetzmäßigkeiten der Planentenlaufbahnen. Den SCHÖPFER sah man als einen "Ingenieur", der dieses einzigartige Werk von göttlicher Harmonie schuf. Diese Harmonie zu verstehen und mechanisch nachzubilden ist nur den größten Künstlern unter den Uhrmachern und Ingenieuren gegeben.
Der Pfarrer Philipp Matthäus Hahn (* 1739 in Scharnhausen, - 1790 in Echterdingen) gehörte zu diesen Künstlern. Seine "Weltmaschinen" mit den Darstellungen der geo- und heliozentrischen Weltbilder waren damals wie heute eine Sensation. Er legte als Ingenieur, Mathematiker und Unternehmer Grundsteine für den Welterfolg der württembergischen feinmechanischen Industrie.
Sicher, wir wissen heute sehr viel mehr über den Kosmos, aber dennoch ist die Faszination des Sternenhimmels geblieben. Wer schaut nicht in einer klaren Nacht nach oben, bewundert die Vielzahl der funkelnden Lichter und erfreut sich an ihrem Anblick? Sonnen- und Mondfinsternisse sind uns keine Zeichen für kommendes Unheil mehr, sondern einzigartige Schauspiele am Himmel. Die Daten solcher Ereignisse werden über die Medien lange im Voraus bekannt gegeben.
Professor Dr. Hans Scheurenbrand, ebenfalls ein Kind der Region von Kepler und Hahn, hat es vermocht, diese Faszination und die Berechnung dieser Daten in ein großartiges mechanisches Wunderwerk zu bannen. "Festo Harmonices Mundi", so der klangvolle Name für dieses herausragende Werk, folgt in bester Tradition den uhrmacherischen Künsten von de Dondi, den astronomischen Uhren des 16. Jahrhunderts aus Nürnberger und Augsburger Werkstätten und den Weltmaschinen von Philipp Matthäus Hahn.
Die Genauigkeit dieses Werkes sprengt die Vorstellungskraft der meisten Menschen: Eine Abweichung bei der Sternenzeit in 100 Jahren um nur 0,1 Sekunden, eine ingenieur-wissenschaftliche Meisterleistung! Aber nicht nur sie verdient Bewunderung, sondern auch die Ausführung dieser monumentalen astronomischen Uhr, die von dem Gedanken der Harmonie und Ästhetik geprägt ist. Die "Festo Harmonices Mundi" erweckt den "Stupor Mundi" des Betrachters.
Die Deutsche Gesellschaft für Chronometrie (DGC) ehrte Professor Scheurenbrand für dieses Opus 2003 mit der Philipp-Matthäus-Hahn-Medaille.
Klaus Schlaefer
Präsident, DGC

Der Autor
Hermann-Michael Hahn ist freier Wissenschaftsjournalist für himmlische Themen und seit über 20 Jahren Vorsitzender der Volkssternwarte Köln. Er arbeitet für überregionale Zeitungen und ARD-Hörfunkanstalten und hat zahlreiche Astronomie-Bücher verfasst oder aus dem Englischen übersetzt sowie mehrere Sternkarten mitgestaltet. 2012 wurde er für sein Engagement bei der Verbreitung astronomischer Grundkenntnisse und neuer Forschungsergebnisse mit dem Bruno-H.-Bürgel-Preis der Astronomischen Gesellschaft ausgezeichnet.

Kosmos (Franckh-Kosmos), 2005, 256 S.
69,90 Euro
Hardcover, m. 120 Farbfotos
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