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Rudolf Steiner
Die Polarität von Dauer und Entwickelung im Menschenleben
Die kosmische Vorgeschichte der Menschheit. Fünfzehn Vorträge

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14. Vortrag (Dornach, 12. Oktober 1918) / Textauszug/B>
"Sobald wir über das bloß Spektrale, über das bloße Gespenstische der Naturerscheinungen herauskommen, treffen wir Geistiges. Das heißt, alles Forschen nach der sogenannten groben Materie ist überhaupt ziemlich unsinnig. Wird man einmal aufgeben - und die Menschheit wird es vor dem 4. Jahrtausend tun - das Suchen nach dem Grobsinnlichen als der Natur zugrunde liegend, dann wird man auf etwas ganz anderes kommen, dann wird man überall in der Natur Rhythmen finden, rhythmische Ordnungen. Diese rhythmischen Ordnungen sind vorhanden, nur macht sich die heutige materialistische Wissenschaft über diese rhythmischen Ordnungen in der Regel lustig. Wir haben diese rhythmische Ordnung bildhaft ausgedrückt in unseren sieben Säulen, in der ganzen Konfiguration unseres Baues hier. Aber diese rhythmische Ordnung ist in der ganzen Natur vorhanden. Rhythmisch wächst an der Pflanze ein Blatt nach dem andern; rhythmisch sind die Blumenblätter angeordnet, rhythmisch ist alles angeordnet. Rhythmisch tritt das Fieber ein bei einer Krankheit, flutet wieder ab; rhythmisch ist das ganze Leben. Das Durchdringen der Naturrhythmen, das wird wahre Naturwissenschaft sein.

Aber durch das Durchdringen der Naturrhythmen kommt man auch zu einer gewissen Benützung der Rhythmik in der Technik. Das ist dann das Ziel der künftigen Technik: durch zusammenstimmende Schwingungen, Schwingungen, die man im Kleinen erregt und die sich dann ins Große übertragen, durch das einfache Zusammenstimmen ungeheuere Arbeit zu verrichten.

Nun werde ich Ihnen morgen des ausführlicheren zeigen, warum es wirklich weisheitsvoll ist von der christlichen Weltordnung, die in diesem Sinne die weisheitsvolle göttliche Weltordnung ist, die Menschheit im Laufe von Jahrhunderten reif werden zu lassen für diese Erkenntnisse, von denen ich jetzt gesprochen habe, während sie die Akademie von Gondishapur dem Menschen einfach hat hinwerfen wollen. Denn die Menschheit muß etwas anderes anstreben, wenn diese Erkenntnisse über sie kommen sollen. Diese Erkenntnisse dürfen nur in die Menschheit hineinkommen, wenn erstens, gleichzeitig mit der Entwickelung nach diesen Erkenntnissen hin, stattfindet in dem breitesten Umfange innerhalb der Menschheit eine vollständig selbstlose soziale Ordnung für den dritten Punkt. Man kann nicht eine rhythmische Technik einrichten, ohne in die Menschheit weiteres Unheil zu bringen, wenn nicht zugleich eine selbstlose soziale Ordnung angestrebt wird. Eine egoistische Menschheit würde nur zu ihrem eigenen Unheil die rhythmische Technik erlangen. Und man kann jene mit der Heilkraft des Menschen identische Kraft, die ich an zweiter Stelle genannt habe, da, wo man Auflösungs- und Wiedererneuerungsprozesse, Ausscheidungs- und Aufnahmeprozesse unter dem Einflusse dieser Kraft sieht, nicht ohne weiteres an die Menschheit ausliefern. Man kann diese Kraft nicht ohne weiteres der Menschheit überliefern - wie ich schon von andern Gesichtspunkten aus sagte -, wenn man nicht gleichzeitig züchtet innerhalb der Menschheit die absolute Gewissenhaftigkeit, die sich nicht nur bezieht auf das Verhalten des Menschen in bezug auf das äußerlich Bemerkbare, sondern auch in bezug auf das äußerlich Unbemerkbare; wenn der Mensch sich nicht nur dasjenige verbietet, was äußerlich sichtbar wird, sondern sich nach einer gewissen Gewissensregel auch das verbietet, was äußerlich nicht sichtbar wird: das Denken, das Fühlen. Denn mit der Erkenntnis dieser Kraft, die verborgen wird dadurch, daß wir unseren Lebensstrom zwischen Geburt und Tod wie einen starren Körper anschauen, mit der Beherrschung dieser Kraft würde man ungeheueres Unheil wiederum anrichten können, wenn sie nicht sich entwickeln würde in dem Lichte der absoluten Gewissenhaftigkeit auch für das Unbemerkbare."

Der Autor
Rudolf Steiner, geboren 1861, verstorben 1925 in Dornach, Studium der Mathematik, Naturwissenschaften und Philosophie in Wien. Anschluss 1902 der Theosophischen Gesellschaft, 1913 Trennung und Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft sowie 1919 die erste Waldorfschule. Entfaltung des anthropos. Debnkansatzes durch zahlreiche Veröffentlichungen und eine umfangreiche Lehrtätigkeit.
Steiners Geisteswissenschaft ist keine bloße Theorie. Ihre Fruchtbarkeit zeigt sie vor allem in der Erneuerung aller Bereiche des Lebens: der Erziehung, der Medizin, der Kunst, der Religion, der Landwirtschaft, bis hin zu jener gesunden Dreigliederung des ganzen sozialen Organismus, in der Kultur, Rechtsleben und Wirtschaft sich genügend unabhängig voneinander entfalten können.
Rudolf Steiner, der spätere Begründer der Anthroposophie und Waldorfpädagogik, wurde am 27.2.1861 in Kraljevec geboren. Nach seiner Immatrikulation an der TH Wien beschäftigte er sich intensiv mit mathematisch-naturwissenschaftlichen sowie literaturwissenschaftlichen Studien und gab 1883-87 durch die Vermittlung seines Literaturprofessors, Goethes naturwissenschaftliche Schriften heraus.
Zwischen 1890 und 1897 war er an der neuen Weimarer Ausgabe von Goethes Schriften im Goethe-Archiv zu Weimar tätig und veröffentlichte 1894 seine "Philosophie der Freiheit", eine Auseinandersetzung mit Kants Pflichtenlehre.
Zusammen mit Otto Hartleben brachte Steiner in den Jahren 1898-1900 die Zeitschrift "Magazin der Literatur" heraus.
1902 zum Generalsekretär der deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft in Berlin ernannt, entwickelte er die Anthroposophie als Wissenschaft zur Erkenntnis der geistigen Welt und ihrer Erscheinungen aus der im Dezember 1912 die Anthroposophische Gesellschaft hervorging.
Ab 1914 hielt sich Rudolf Steiner in Dornach, dem Zentrum der anthroposophischen Bewegung auf, wo er das Goetheanum als Hochschule für Geisteswissenschaften, in einem die anthroposophische Philosophie zum Ausdruck bringenden neuen Baustil errichten ließ. 1919 wurde durch Steiner die erste Waldorfschule in Stuttgart für die Arbeiterkinder der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik gebaut.
Nach 1920 war seine Zeit mit schriftstellerischer Tätigkeit, Vortragsreisen und Kursen zur Heilpädagogik, der Medizin, der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und des christlich-religiösen Lebens ausgefüllt.1921 entstehen die Zeitschriften "Die Drei" und "Das Goetheanum".
Auch während seiner 1924 beginnenden Krankheit war Steiner noch schriftstellerisch aktiv und verfasste seine Selbstbiographie "Mein Lebensweg" und die "Anthroposophischen Leitsätze". Rudolf Steiner verstarb am 30.3.1925 im Alter von 64 Jahren in Dornach.

Rudolf Steiner Verlag, 2002, 334 S.
54,00 Euro
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