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Pioneer - Pioneer 10 (015) - Atl. SLV-3C (015)  

Pioneer 10
(Pioneer-F)

Erfolgreicher Vorbeiflug am Jupiter. 1983 passierte sie den Planeten Pluto. Am 3.6.2001 hatte sie sich bereits rund 11,81 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.

» Daten:
Start:  03. Mrz. 1972, 01:49 GMT
Ziel:  Vorbeiflug (Jupiter): 04. Dez. 1973, 02:25 GMT
Ende:  03. Feb. 2002
Letzter Kontakt
» Nutzlast:  Wissenschaftliche Experimente
Leergewicht im Orbit: 258 kg

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©NASA

Pioneer 10 sowie ihre nahezu baugleiche Schwestersonde Pioneer 11 waren mit einer Masse von 259 kg wesentlich größer als ihre Vorgänger. Sie trugen etwa 30 kg wissenschaftliche Nutzlasten für insgesamt 15 Experimente: so z. B. Magnetometer, Detektoren für geladene Teilchen, kosmische Strahlung und Staub, Ionen-Detektor, UV-Fotometer, IR-Radiometer, einen Mikrometeoriten-Detektor sowie ein Fotopolarimeter.

Bild vergrößernVorbeiflug von Pioneer 10 am Jupiter
©NASA/ARC

Pioneer 10 passierte den Jupiter im Dezember 1973 in einer Distanz von ca. 130.000 km. Von November 1973 bis Januar 1974 lieferte Pioneer 10 zahlreiche Bilddaten des Planeten. Sie lieferte ebenso verbesserte Werte für die Masse des Jupiter und seiner vier Galileischen Monde. Da Solarzellen in der großen Sonnenentfernung, die beide Sonden erreichen sollten, als Energiespender nicht in Frage kamen, wurden jeweils 4 Isotopenbatterien eingebaut. Die Funkverbindung erfolgte im S-Band (2110/2292 MHz), die Datenübertragung mit einer Geschwindigkeit von 2408 bps.

Bild vergrößernDie Plakette an Bord von Pioneer 10
©NASA/ARC

Auch nach dem offiziellen Ende der Mission am 31. März 1997 lieferte die Sonde noch Daten über die Bedingungen in den äußeren Regionen unseres Sonnensystems. Entsprechend groß war die Bestürzung, als am 19. August 2000 der zunächst letzte Kontakt mit dem Raumfahrzeug zu Stande kam. Seitdem herrschte Funkstille. Die Sonde, die sich mittlerweile fast zwölf Milliarden Kilometer von der Erde entfernt hat, schien verloren. Doch die Wissenschaftler und Techniker gaben nicht auf. Am 28. April 2001 gelang es der Station 63 mit Hilfe eines Radioteleskops des "Deep Space Network" im spanischen Madrid um genau 18:27:30 MESZ, ein Signal von Pioneer 10 zu empfangen. Um mit der Sonde in Kontakt zu treten, muss sie zunächst angefunkt werden. Bis zum Empfang eines Signals bei der NASA vergehen bei der derzeitigen Entfernung 21 Stunden und 45 Minuten.

Bild vergrößernDie Plakette an Bord von Pioneer 10
©NASA/ARC

Auch wenn in Zukunft keine weitere Verbindung zu der Sonde gelingen sollte, ist der Kontakt mit anderen Intelligenzen gesichert, so es sie gibt und sie Pioneer 10 entdecken. An der Außenhülle des Raumfahrzeugs ist ebenso wie bei Pioneer 11 eine vergoldete Aluminiumplatte angebracht. Die "interstellare Flaschenpost" wurde von dem Astronomen und Wissenschaftler Dr. Carl Sagan mit seinem SETI-Kollegen Frank Drake konzipiert und zeigt grundlegende Informationen über die Menschen, die Erde und unser Sonnensystem. Das abgebildete menschliche Paar zeichnete Linda Salzmann Sagan, Carl Sagans damalige Ehefrau. Da auf der Metallplatte die zwei schemenartigen Figuren vor der Raumsonde stehend abgebildet wurden, konnte auf diese Weise die Körpergröße des Menschen plastisch dargestellt werden. Links von ihnen befindet sich die so genannte "Pulsarkarte": "Meine Pulsarkarte ähnelte in gewisser Weise einer Spinne mit zu vielen Beinen. Es war eine Sternexplosion mit 14 geraden Linien, wobei jede Linie einen Pulsar darstellte. Die proportionale Länge der jeweiligen Linien stand für ihre Entfernung von dem zentralen Punkt, der Sonne. Entlang jeder Linie schrieb ich die Pulsarperiode in binären Zahlen, wobei ich die Strahlung des Wasserstoffatoms als eine universelle Einheit für Zeit und Länge verwendete", erklärt Frank Drake in seinem Buch Signale von anderen Welten. Auf dem unteren Rand der Karte fügte Carl Sagan noch die Sonne und die Planeten hinzu, deren Durchmesser in dem Vielfachen von Wasserstoffwellenlängen angegeben wurden. Auf der Flugbahn, die vom dritten Planeten ausgeht, befindet sich die schematische Darstellung von Pioneer 10 bzw. 11. Man sieht, wie sich die Raumsonde zwischen dem größten und dem geringelten Planeten emporhebt.

Ob die Sonde allerdings tatsächlich auf Außerirdische stoßen wird, ist ungewiss. Mit ihrer derzeitigen Reisegeschwindigkeit von 45.000 km/h wird Pioneer 10 noch ungefähr zwei Millionen Jahre brauchen, bevor sie zum nächsten Stern im Sternbild Stier gelangt.

Nächste Mission:
» Pioneer 11





 
 
 
 

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22.02.2015

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Autor dieses Artikels:  Redaktionsbüro cclive

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