« Chronologie »
ISS - ISS ATV-1 (105) - Ariane 5 (037)  

ISS ATV-1
(Jules Vernes)

Erste Ankopplung des unbemannten Transportfahrzeug (ATV) der ESA an die Internationale Raumstation.

» Daten:
Start:  09. Mrz. 2008, 04:03 GMT
Ziele:  Manöver: 03. Apr. 2008, 14:45 GMT
Manöver: 05. Sep. 2008, 21:29 GMT
Ende:  29. Sep. 2008, 13:43 GMT
Eintritt in die Atmosphäre (Erde)
» Nutzlast:  Versorgungsgüter

Bild vergrößernAnkunft an der ISS
©ESA/D. Ducros

Das unbemannte Transportfahrzeug (ATV , Automated Transfer Vehicle) kann rund 7,5 Tonnen Ladung zur Raumstation befördern. Der Start erfolgte Huckepack auf einer Ariane 5-Trägerrakete, im Orbit wird das ATV von der Ariane abgekoppelt.

An Bord des ATV befindet sich ein hoch-präzises Navigationsinstrument, das das Vehikel auf seine Flugbahn zur ISS bringen und dort automatisch am russischen Service-Modul Swesda ankoppelte. Das unter Druck gesetzte ATV blieb dort für etwa sechs Monate als ein integraler Bestandteil der ISS. Danach flog es mit Stationsmüll beladen in die Erdatmosphäre, wo es vollständig verglühte.

Bild vergrößernEntladen des ATV nach dem Ankoppeln an der ISS
©ESA/D. Ducros

Das erste ATV mit dem Namen "Jules Verne" benannt und startete am 9. März 2008 an der Nutzlastspitze der europäischen Trägerrakete Ariane 5 vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou aus zur ISS. Etwa 100 Minuten nach dem wurden die Solarpaneele des ATV ausgebreitet und der Flug zur Umlaufbahn der Station konnte beginnen.Normalerweise dauert dies rund 5 Tage. Da bei dem Erstflug des ATV jedoch die Mission des Space Shuttles "Endeavour" abgewartet werden musste, dauerte es bis zum 3. April, bis der Raumtransporter an die Station ankoppeln konnte. Das Andockmanöver wurde vollautomatisch durchgeführt.

Zum Einsatz beim automatischen Andocken kamen die Rendezvous- und Docking-Sensoren (RVS) der deutschen Firma Jenoptik. Das RVS-System ist in der Lage, ab etwa 3.000 Metern Entfernung und Anflugrichtung des ATV zur Internationalen Raumstation zu messen: Es sendet Laser-Strahlen als kurze Lichtpulse, ein Spiegelsystem im RVS lenkt diese dann zur ISS. Am russischen Modul "Svesda" der ISS, an dem das ATV andockt, sitzen spezielle Reflektoren die das Laser-Licht zurückstrahlen - vergleichbar mit den Rückstrahlern von Autos, nur wesentlich präziser und deshalb effizienter. Dieses Licht wird vom RVS wieder eingefangen. Aus dem Zeitunterschied zwischen gesendetem und wieder eingefangenem Lichtpuls und der "Blickrichtung" des Spiegelsystems wird dann berechnet, wie weit beide voneinander entfernt sind, welche Relativ-Geschwindigkeit diese haben und in welchem Winkel sie zueinander liegen, damit das Versorgungsschiff schließlich zielgenau und sicher andocken kann. Die Anforderungen an die Robustheit, Zuverlässigkeit und Genauigkeit des Sensors sind hoch. In einer Entfernung von 300 Metern zwischen RVS und ISS liegt die Messgenauigkeit des Sensors bei nur wenigen Millimetern.

Das ATV blieb sechs Monate an der Station angedockt, bis es mit rund 6,3 Tonnen Müll der Raumfahrer beladen, abgekoppelt und in Richtung Erde gelenkt wurde, Eine Landung war nicht vorgesehen. Ähnlich wie der russische Raumtransporter Progress verglühte auch das ATV beim Eintritt in die Atmosphäre.

Nächste Mission:
» ISS AF-1J/A





 
 
 
 

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22.02.2015

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