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ISS - ISS AF-3R (187) - Proton M 

ISS AF-3R
(MLM, ERA)

ISS Montageflug:
Lieferung und Montage des russischen Forschungsmoduls MLM


» Daten:
Gepl. Start:  01. Mai 2012
» Nutzlast:  MLM, ERA

Erste Planungen der ISS aus den frühen 1990er Jahren sahen am russischen Segment der Station noch mehrere Forschungsmodule vor. Sie sollten an den Basismodulen Sarja und Swesda angehängt werden, um die Forschungskapazitäten deutlich zu erhöhen. Doch dazu kam es aufgrund knapper finanzieller Mittel bislang nicht. Schließlich wurde im August 2004 beschlossen, zum Bau des MLM (Mnogozelewoi laboratorny modul) auf das bereits seit 1998 zu rund 70 % fertig gestellte Sarja-Ersatzmodul zurückzugreifen (FGB-2, Functional Cargo Block 2). Dieses wurde seit dem erfolgreichen Start von Sarja am 20. November 1998 nicht mehr benötigt.

Das Forschungsmodul MLM ist ähnlich dem Sarja-Modul aufgebaut und 13 m lang bei einem maximalen Durchmesser von 4,1 m. Die Startmasse des Moduls soll 20,3 t betragen. Nach dem nachträglichen Einbau aller Elemente soll die Masse bis auf 24 t steigen. Das Modul ist in zwei Sektionen unterteilt, einen zylindrischen Hauptteil und einen kugelförmigen Übergangsadapter. 2005 wurde ein Vertrag zwischen der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos und der europäischen ESA unterzeichnet, nachdem zusammen mit dem MLM der europäische Roboterarm ERA gestartet werden soll. Neben Wartungs- und Überwachungsarbeiten können mit diesem Roboterarm dann Experimente mit Hilfe der Luftschleuse im Weltraum ausgesetzt werden.

Nach dem derzeitigen Planungsstand soll das MLM zum zentralen Forschungsmodul im russischen Segment der ISS werden. Hauptaufgabe wird daher die Nutzung für Experimente sein. Zu den Bordsystemen gehört unter anderem die Kontrollstation für den europäischen Roboterarm ERA sowie Befestigungs- und Andockpunkte an der Außenhaut, die diesen mit Energie und Daten versorgen. Neben der eigenen Forschungskapazität stellt das MLM Kopplungsadapter für die Luftschleuse und ein Zubringerfahrzeug zu Verfügung. Freie Kopplungsstuzen halten die Option offen, den Forschungsbereich zu erweitern. Im Hauptteil des Moduls sind ein Schlafplatz (der dritte im russischen Stationssegment), sowie Wasch- und Toilettenanlagen geplant. Zur Lagerung von Fracht und Ersatzteilen sind bis zu 8 m³ Volumen vorgesehen. Bis zu 3 t wissenschaftliche Geräte finden im MLM Platz, dafür stehen 4 m³ Volumen zur Verfügung.

Auch nach dem Umbau wird das MLM über die gleichen Triebwerksysteme und Solargeneratoren wie Sarja verfügen. Nach dem Andocken an die Station dienen die Triebwerke zur ergänzenden Lagekorrektur der Station und als redundantes System bei einem Ausfall der Steuerungssysteme an Sarja und Swesda. Zusätzlich verfügt das Modul über Treibstoffpumpen und Leitungen, die den Transfer des von Progress-Frachtern angelieferten Treibstoffs in die weiteren russischen Module ermöglichen. Mit den Solargeneratoren kann Energie zum Betrieb des Moduls und zur Versorgung des russischen Segmentes erzeugt werden.

Der Start des MLM ist an Bord einer dreistufigen Proton-M-Rakete vom Kosmodrom Baikonur geplant.

Nächste Mission:
» ISS AF-31S





 
 
 
 

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22.02.2015

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Autor dieses Artikels:  Redaktionsbüro cclive

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