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Shenzhou - Shenzhou 7 (007) - CZ-2F (007)  

Shenzhou 7

Dritter bemannter Orbitalflug Chinas
1. Flug China mit einer dreiköpfigen Besatzung.


» Daten:
Start:  25. Sep. 2008, 13:10 GMT
Ende:  28. Sep. 2008, 09:38 GMT
Landung (Erde)
» Crew:  Zhai, Liu, Jing

Fünf Jahre nach dem ersten bemannten Raumflug war Shenzhou 7 der dritte bemannte Flug und der siebte im Shenzhou-Programm der Volksrepublik China. Die Besatzung bestand aus drei Taikonauten.

Hauptziel dieser Mission war Chinas erster Weltraumausstieg eines Taikonauten. Am 25. September 2008 war es endlich soweit. Nach einer langen Rede des chinesischen Premierministers Hu Jintao bestieg die Besatzung um 18:28 Uhr Ortszeit die Kapsel. Das Prozedere weckt Erinnerungen an die Zeit des sowjetischen Raumfluges: Hu hatte sich vor dem Start mit den Astronauten unterhalten, als sie schon in ihren Raumanzügen hinter einem Sicherheitsglasfenster saßen. Flankiert von zivilen und militärischen Führern des Weltraumprogramms lobte Hu die drei Männer, die früher Kampfpiloten gewesen waren, für ihre ausgezeichnete Arbeit. "Ich bin hier, um ihnen im Namen der Kommunistischen Partei, dem Staatsrat, der Militärführung und unserer ganzen Nation Mut für ihre Mission zuzusprechen und Erfolg zu wünschen", sagte Hu.

Um 21.10 Uhr Ortszeit (15.10 Uhr MESZ) hob die Rakete vom Typ Langer Marsch - 2F planmäßig vom Weltraumbahnhof in Jiuquan im Nordwesten des Landes ab und brachte das Raumschiff in eine leicht elliptische Umlaufbahn. Mit einer zweiminütigen Zündung der Orbitaltriebwerke am zweiten Tag der Mission gelangte das Raumschiff dann in einen nahezu kreisförmigen Orbit gebracht. Nachdem die Taikonauten in den Orbitalteil der Shenzhou gewechselt waren, legten sie dort probeweise die Raumanzüge an.

Am nächsten Tag folgte dann das erste Außenbordmanöver im Rahmen des Shenzhou-Programms. Zhai Zhigang verließ für 14 Minuten das Raumschiff. "Ich fühle mich gut", sagte der Kommandant in 343 Kilometer Höhe über der Erde. "Ich grüße von hier das chinesische Volk und die Menschen in aller Welt." Sein Kollege Liu Boming reichte ihm aus der Luke eine rote chinesische Nationalflagge, die der Taikonaut vor der Kamera schwenkte, während das chinesische Milliardenvolk die Live-Übertragung im Fernsehen verfolgte. Das dritte Besatzungsmitglied Jing Haipeng blieb während des Manövers im unter Druck stehenden Landemodul, um die Systeme und den Ausstieg selbst zu überwachen. Bei dem Außenbordmanöver führte Zhai Zhigang einige Experimente und einfache Installationsarbeiten im schwerelosen Raum durch. Dabei testete er auch den Raumanzug "Feitian", der nach amtlichen Angaben eine chinesische Eigenentwicklung sein soll. Feitian ist der Name einer buddhistischen Göttin und kann mit "am Himmel fliegen" übersetzt werden. Sein Kollege Liu Boming, der nur einmal halb aus der Luke herauskam, trug dagegen einen russischen Raumanzug vom Typ "Orlan". Zhai Zhigang war während des Ausstiegs mit zwei Leinen am Raumschiff gesichert und wurde über einen Schlauch mit Sauerstoff versorgt, während er sich an der Kapsel entlang hangelte. Dabei sammelte er einige Materialproben ein, die außen am Raumschiff angebracht waren.

Während das Außenbordmanöver wie geplant verlief, sorgte allerdings ein Feueralarm im Raumschiff für Aufregung. Ursache sei ein fehlerhafter Sensor gewesen, berichtete der Sprecher des Raumfahrtprogramms, Wang Zhaoyao. "Wir waren ziemlich nervös, als Jing Haipeng in der Rückkehrkapsel von dem Feueralarm berichtete." Doch die Sorge legte sich nach seinen Angaben sofort wieder, als klar wurde, dass der Alarm aus dem Orbiter kam, in dem wegen des vorübergehenden Vakuums gar kein Feuer ausbrechen konnte.

Zwei Stunden später setzte die Besatzung von Shenzhou 7 noch einen kleinen Satelliten aus, damit die Bodenkontrolle die Kontrolle über zwei Himmelskörper gleichzeitig trainieren konnte. Die Tests dienten einem künftigen Andockmanöver, das beim nächsten Raumflug 2010 geplant ist.

Die Landung erfolgte am nächsten Tag um 17.38 Uhr Ortszeit (11.38 Uhr MESZ) in der Inneren Mongolei im Norden Chinas. Nach dem 68-stündigen Flug landete das Raumschiff an einem großen Fallschirm hängend unweit des geplanten Landeplatzes. Auf wackeligen Beinen kletterten die drei Astronauten aus der seitlich liegenden Kapsel. Staatschef Hu, der die Mission im Raumfahrtzentrum in Peking verfolgte, dankte den Astronauten für ihren Einsatz. „Ihr Aufenthalt im Weltall war ein großer Erfolg“, sagte Staatschef Hu in einem vom Fernsehen übertragenen Gespräch mit den Raumfahrern. "Das Vaterland und das Volk sind Ihnen dankbar."

Auch wenn der Ausflug ins All der 298. Weltraumspaziergang eines Astronauten seit 1965 war, ist das Manöver ein Meilenstein in dem ehrgeizigen Raumfahrtprogramm des größten Entwicklungslandes der Erde. Staats- und Parteichef Hu Jintao sprach von einem "Durchbruch". Nach dem erfolgreichen Abschluss der Olympischen Spiele sah die Propaganda einen Grund mehr "für den Stolz und die Freude des Volkes". Es sei ein Beweis für die "fortschrittlichen technischen Fähigkeiten der Nation", kommentierte das Parteiorgan Renmin Ribao (Volkszeitung).





 
 
 
 

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22.02.2015

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Autor dieses Artikels:  Redaktionsbüro cclive

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